Flittard – Ein Spaziergang Teil 3

Deich
Flittarder Deich

Erholt in der Natur können Sie sich wieder unseren Sehenswürdigkeiten widmen. Zurück geht es bis zum Denkmalplatz und dann nach links in die Flittarder Hauptstraße. Hier gibt es einige hübsche Fachwerkhäuser. Und wenn Sie zu Schützenfest oder Kirmes kommen, ist die Straße in vollem Fahnenschmuck. Die meisten Feste finden in und um die Schützenhalle statt. Sie erreichen sie durch die Wiedenhofgasse, die nach ca. 200 Metern links abzweigt. Hier ist nicht nur in den Sommermonaten, sondern auch in der Karnevalssession einiges los. Alles was Rang und Namen hat im Kölner Karneval, ist hier schon mehrfach aufgetreten.

Telegraph
Telegraph

Die Flittarder Hauptstraße endet an der Alradstraße, die nach einem Ritter aus dem 14. Jahrhundert benannt wurde, und an der Gaststätte „En d´r Hött“. Hier soll Napoleon bei seiner Rückkehr aus Russland übernachtet haben. Aber das ist wirklich nicht sicher, denn vier weitere Gasthäuser im Umland behaupten ebenfalls, dass sie seine Herberge waren. Sicher ist nur, dass die Wirtschaft zu Napoleons Zeiten bereits existiert hat. Das ist ja schließlich auch etwas.

Folgen Sie 100 Meter der Alradstraße und biegen dann rechts in die Paulinenhofstraße ein. Gleich rechts liegt die Flittarder Narrenburg. In der ehemaligen evangelischen Volksschule von 1914 hat die Flittarder Karnevalsgesellschaft ihr Domizil. Sie hat in der zweiklassigen Schule ein Vereinsheim gestaltet, um das sie von vielen Karnevalsgesellschaften in Köln beneidet wird.

Die alte katholische Volksschule liegt 200 Meter weiter auf der linken Seite. Heute heißt sie Pauline und ist eine städtische Jugendeinrichtung, die nicht nur Flittarder Jugendlichen attraktive Angebote zu machen hat. 10 – 17‑ Jährige sind hier willkommen und gut aufgehoben. In den Sommerferien finden Rollhockey‑ und Streetballturniere auf dem Gelände statt.

Rhein
Am Rhein

Am Ende der Paulinenhofstraße erreichen Sie wieder das Geschäftszentrum. Über die große Kreuzung hinweg geht es geradeaus in Richtung Stammheim. Achtung, Sie sind dabei, Flittard zu verlassen! Wollen Sie das wirklich schon? Es gibt hier auch noch Interessantes zu sehen. Der Freiwilligen Feuerwehr, die nach 500 Metern auf der rechten Seite zu Hause ist, sollten Sie Vorfahrt gewähren und nach weiteren 200 Metern noch einmal anhalten. Auf der linken Seite steht nämlich der Telegraph, das kleinste städtische Museum in Köln. Das freistehende Gebäude ist an der Signalanlage auf dem Dach gut zu erkennen. Diese Anlage diente der Nachrichtenübermittlung zwischen Berlin und Koblenz vor mehr als hundert Jahren. Der Flittarder Telegraph ist das einzige Signalgebäude auf der gesamten Strecke, das original erhalten ist. Eine kurze Nachricht konnte damals in knapp zwei Stunden übermittelt werden. Daran kann sich die heutige Telegrammübermittlung noch ein Beispiel nehmen. Im Inneren des Gebäudes befindet sich eine Ausstellung, die nach Terminabsprache besichtigt werden kann.

Telegraph
Telegraph

Noch einmal 100 Meter weiter befindet sich ebenfalls auf der linken Seite das älteste Schulgebäude des Bereichs. Wo heute eine Firma für Baustofftransporte tätig ist, wurden vor mehr als hundert Jahren Stammheimer und Flittarder Kinder unterrichtet. Hier ist dann die Ortsgrenze erreicht. Im Blickfeld liegt bereits das Großklärwerk Stammheim, eine der größten und modernsten Anlagen dieser Art. Auch wenn wir lange Zeit unter den „Ausdünstungen“ gelitten haben, können wir heute eine Besichtigung nur empfehlen. Eine informative und interessante Führung erwartet Sie. Mit dem Aufzug geht es auf die Spitze der Klärschlammbehälter, und es bietet sich ein großartiger Blick über Flittard nach Norden und die Kölner Innenstadt nach Süden. Im Juli bietet sich hier zudem der Blick auf das Sommerlager des Flittader Hunnejeloch, das auf dem Gelände sein Vereinsheim hat. Hier können Sie Fürst Attila Ihre Aufwartung machen und mit ihm einen Becher Met, der ziemlich nach Kölsch schmeckt, genießen.

Wir hoffen, daß wir Ihnen Appetit gemacht haben auf einen Besuch bei uns. Gerne geben wir Ihnen genauere Informationen z. B. über Ortsfeste und vermitteln Kontakte für Besichtigungen.

Veränderungen: Die Firma Agfa gibt es nicht mehr in Leverkusen. Die Lukaskirche wurde zu Gunsten der Immanuelkirche in Stammheim abgerissen. Statt dessen steht auf dem Geläne ein Altenwohn‑ und Pflegeheim der Johanniter. Der „einmalige“ Ortsbaum ist in Köln nicht mehr einmalig, zumindest in Stammheim gibt es ebenfalls einen. Der Männergesangverein hat sich aufgelöst. Der Deichlauf des TV Flittard wird nicht mehr ausgerichtet. Und die „Hött“ wird nicht mehr bewirtschaftet.