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- Programm -
Rheinperlen
Skulpturenpark
Schlosspark Köln-Stammheim
Ein Gedankengarten
Von
Papageien, Grünschnäbeln und Feen gilt es zu berichten, wenn wir die
Parkidylle des Schlossparks Stammheim beschreiben wollen. Auch mit
seiner sechsten Präsentation von Kunstwerken im Mai 2007 ist das
gelungene und innovative Ausstellungskonzept der Künstlerinitiative
KRR erfolgreich gewesen. Es werden bis zum Mai 2008 einundfünfzig
Objekte im Park gezeigt werden, die diesen Park zum Experimentierfeld
der Neugier machen.
Zwischen den teilweise über 150 Jahre alten Baumriesen hat sich eine
neue Spezies angesiedelt, quasi eine ökologische Nische gefunden und
sich reichlich vermehrt. Die Population von Kunstwerken, die sich
symbiotisch in den Park einfügt hat ist zwar sehr beredt, aber die
Intonation des Ortes überlässt sie den Alexandersittichen. Die
Gedankenwelt, die den Besucher erwartet, ist eine eigene Welt voller
mystischer Bezüge, Schönheit und mathematischer Strenge, ein Dialog
von Natur und Kunst. Der Besucher blickt in das Grün des Parks und
entdeckt im Wechsel von Nah- und Fernsicht Querverbindungen und
wechselseitige Beziehungen, Proportionsspiele oder das Versteckspiel
der Kunstobjekte im Gewirr der Äste.
Der rote Faden der diesjährigen Ausstellungsstaffel ist durch
Kunstwerke von siebzehn internationalen Künstlern geprägt, die sich
thematisch auf den Schlosspark, den Rhein und die besonderen
Bedingungen des Ausstellungsortes bezogen haben. Die Natur ist der
größte Künstler, dennoch ist es ein zauberhaftes Spiel, die Struktur
der Bäume im Wechselspiel mit den Formen der Skulpturen zu sehen. Die
facettenreichen neuen Arbeiten sollen exemplarisch vorgestellt werden
und auch das Konzept des Parks. Doch zunächst noch eine Warnung:
Wie auch schon im Schlosspark mit seinem abwesenden Schloss, so ist
auch ein zentrales Thema für die diesjährige Ausstellung die
Unsichtbarkeit als Phaszinosum, sowie das Spiel mit Lug und Betrug
gewesen.
Um die Ausstellungsaktivitäten des KRR zu ermöglichen, bedarf es viel
Engagement und Geschick, zusätzlich ist die großzügige Unterstützung
der Sponsoren unverzichtbar und kann gar nicht hoch genug eingeschätzt
werden. Jedes Jahr bewerben sich neue Künstler für den Park, von
diesen werden dann etwa zwanzig ausgewählt und in die Ausstellung
integriert.
Damit das ausgewogene gestalterische Konzept nicht leidet werden dafür
entsprechend zwanzig ältere Kunstwerke im Park abgebaut.
Durch die großzügige Unterstützung des Audi-Zentrum Leverkusen konnten
auch in diesem Jahr drei Preisträger mit einem entsprechend
attraktiven Preisgeld ausgezeichnet werden. Eine Jury aus
Kunstexperten hat in einstimmiger Entscheidung die aus ihrer Sicht
drei besten Künstler ermittelt. Erster Preis 2007 Gaby Taplick,
zweiter Preis Wlodek Stopa und dritter Preis Joachim Schug.
Der Künstler Joachim Schug hat mit seiner Arbeit „Alles nur
Betrug!_Alles nur Beton“, 2007 wie schon im letzen Jahr eine sehr
provokante und spielerische Konzeption eingereicht. Der Aushub eines
Quadrates aus Rasen liegt auf einem Betonwürfel, dessen Negativform im
Rasen als betonverkleidetes Vakuum steht. Konzeptuale Kunst, die uns
grübelnd zurück lässt und unsere Erwartungen an die Kunstwerke
offenlegt. Nein, nicht nur wir die Konsumenten, auch der Künstler ist
frei und nicht darauf festgelegt auf abbildende Weise 1zu 1 die Welt
in Bronze nachzugießen. Dieses Kunstwerk wurde mit dem dritten Preis
ausgezeichnet.
Wlodek Stopa
zeigt eine Arbeit aus Edelstahl mit dem Titel „Variationen zum Thema
Glück“. Ein aufgeklappter Würfel zeigt sich stolz auf einem Hügel,
alle seine Seiten haben sechs Löcher, also egal wie der Würfel
geworfen würde, immer zeigt sich die sechs. Laut eigener Aussage
interessierte den Künstler die Suche des Menschen nach Glück, Reichtum
und Ritualen, die Glück verheißen. Diese Arbeit wurde mit dem Zweiten
Preis ausgezeichnet.
Gaby Taplick
hat mit der Arbeit „Auch Feen machen mal Pause“, 2007 den mit 2500 €
dotierten ersten Preis bekommen. Es hängen sechs Schaukeln in luftiger
Höhe in den Bäumen, die Besitzer sind ausgeflogen und doch ahnen wir,
wer zuvor geschaukelt hat. Es sind die Feen und Elfen, die ein eigenes
Reich in den Bäumen bevölkern, es ist für den Menschen unsichtbar,
dennoch existieren solche Mächte und Geister. Die Künstlerin hat die
Arbeit speziell für diesen Park konzipiert und dem Thema entsprechend
auch etwas versteckt aufgehängt.
Brigitte Hadlich
arbeitet mit der Arbeit „Fleischschwärmer“, 2007 an der Grenze dessen,
was im literarischen Bereich so beliebt ist, eine Story zu erzählen,
die nicht klar in das Gebiet der Wahrheit gehört. Die Schmetterlinge
mit den blauen Unterseiten hängen riesig groß im Baum und erst bei
näherem Hinsehen erkennt man das Muster auf den Flügeln als
Fleischstruktur, deshalb sind sie aber noch kein Abbild aus der Natur,
auch wenn die Künstlerin das schon mal behauptet. Frei erfunden sind
diese Lebewesen aus Aluminium und gleichzeitig verweisen sie auf die
vielen Tierarten, die sich im Schlosspark niedergelassen haben.
Tobi Möhring
zeigt in seiner
Arbeit „Affenklima“, 2007 wie nah die Phantasie hier schon an der
Wirklichkeit ist. Im letzten so extrem warmen Winter stellte sich der
aus Stammheim stammende Künstler eine naheliegende Frage: Wie lange
dauert es noch, bis in Deutschland die Affen unter den Bäumen turnen ?
Seine Antwort zeigt eine Palme deren Kokosnüsse leuchten und unter der
kleine Affen turnen. Kunst hier als Vehikel für gute Laune.
Ralph Kleiner
beschäftigt sich
mit seiner Arbeit „Allee“, 2007 mit der Wörtlichkeit der
Zeichensysteme. Ein Baum ist aus auf einen hohen Sockel gestellt, wie
ein Gott, und guckt uns auf Augenhöhe giftig grün an. Inmitten der
Bäume stehen also Baumzeichen aus verschiedenen Holzsorten und künden
vom Leben des toten Baumes, der das Material lieferte.
Dieses Jahr hat der KRR einen umfangreichen Katalog herausgegeben.
Der Katalog umfasst 120 Seiten, u.a. ein doppelseitiges Portrait zu
jedem Exponat inkl. Lebenslauf der Künstler sowie vielfältige
Informationen rund um den Schlosspark, u.a. mit Fotos aus der Sammlung
Hans Paas, Informationen von Gerd Dieter Müller und Informationen über
Flora und Fauna von Manfred Hebborn.
Der Katalog kostet 15,- €/ Stück
Erhältlich ist der
Katalog bei Müller, Torsten, Lotto Schreibwaren, Gisbertstr. 90,
beim Steinmetzbetrieb
Oehler, Höhenhauser Ring 100 und bei der
CCC Gesellschaft
für Marketing &Werbung mbH, Christina Kourou, Kleingedankstraße 11,
50677 Köln
für den KRR Ute Kaldune M.A. |