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Dr. Theo
Joisten
Mitglied Nr. 30 im Bürgerverein seit
dem 09.08.1989
„Hilfe und Zuspruch“ –
so lautete am 15. November 2011 die Überschrift eines
Beitrages der Redakteurin Ulrike Süsser im
Kölner-Stadt-Anzeiger.
Die
Hilfe und der Zuspruch bezogen sich auf den Flittarder
Arzt Dr. Theo Joisten und seine Lebensleistung, vor
allem im Ruhestand.
Im Jahre 1971 übernahm
Dr. Joisten die Praxis seines Vorgängers „Im
Weingartskamp“, hier versorgte er als Hausarzt und
Internist seine Patienten, bis er 1997 sein
Pensionsalter erreichte.
Was macht ein agiler
und gesunder Mann nach langer Zeit der anstrengenden
beruflichen Tätigkeit? Dr. Joisten tat nach einem Jahr
des Ausruhens das, was er seit Jahrzehnten getan hatte:
Er half Menschen als Arzt, doch jetzt ohne Honorar.
„Mit einem
„Riesenglücksgefühl“ erklärte er sich damals bereit, im
1998 eröffneten Diakoniehaus am Salierring kranke
Obdachlose medizinisch zu versorgen, ehrenamtlich! Fast
täglich kam er in die Krankenwohnung, wo es sechs Betten
und einen Gemeinschaftsraum gab.“ Er fungierte sozusagen
als ‚Hausarzt’.
„Normalerweise sind die
Obdachlosen abgehärtet, sie ignorieren selbst Fieber,
sagt Dr. Joisten. Aber manchmal bräuchten sie stationär
medizinische Hilfe – und auch sonst Zuspruch in der Not.
Meistens hätten die Patienten das Angebot gern
angenommen, mitunter erst nach einigem Sträuben.“
„Im Diakoniehaus werden
Obdachlose versorgt, wenn sie nach dem Herzinfarkt oder
der Operation aus dem Krankenhaus entlassen werden, aber
noch zu schwach sind für die Straße, wenn sie vom
mobilen medizinischen Dienst der Stadt Köln geschickt
werden, um die Lungenentzündung auszukurieren. Oder wenn
der Blutzuckerspiegel wieder einmal entgleist oder das
offene Bein allzu entzündet ist.“ „Der Schwerkranke nach
dem Krankenhaus war mein Patient, meist männlich, sein
Alter bis etwa Ende 50“, meinte Dr. Joisten.
„Hart war das Ehrenamt
mitunter schon und nichts für Zartbesaitete.
Bedauernswerte Schicksalsschläge habe er erlebt und
Menschen kennen gelernt, die schuldlos aus der Bahn
geworfen wurden und in der Alkoholsucht landeten. Ganz
neue Lebenswelten hätten sich ihm eröffnet, wo es oft
Ruppigkeit und Misstrauen gebe und psychische Abstürze,
überwiegend als Folge von Alkoholproblemen. Als
Ruheständler hätte er auch Golf spielen oder sein Geld
irgendwie lustvoll ausgeben können. Das sei jedoch gar
nicht sein Ding, wie er meinte.
Zwölf Jahre übte Dr.
Theo Joisten das Ehrenamt aus. „Die Arbeit war richtig
und sinnvoll“, meinte er nachdenklich. Wenn ich einem
früheren Patienten begegne und der grüßt mich freundlich
und vertraut, dann weiß ich, dass das Ganze nicht
schlecht gewesen sein kann.“
Voller Hochachtung
blicken wir auf den Flittarder Dr. Theo Joisten und
sein Engagement und wünschen ihm noch viele gesunde
Jahre.
Klaus
Arand
PS: Die mit
Gänsefüßchen gekennzeichneten Passagen sind teils
wörtlich, teils inhaltlich übernommene Zitate, die ich
mit Genehmigung der Autorin nutzen durfte. |